Der Ursprung des Leides
Drei Kräfte gibt es in der menschlichen Natur: Denken, Fühlen und Wollen. Diese drei Kräfte hängen an der physischen Menschenorganisation. Gewisse Willensakte treten auf, nachdem gewisse Denk- und Gefühlsvorgänge stattgefunden haben. Der Organismus des Menschen muß in richtiger Weise funktionieren, wenn diese drei Kräfte zusammenstimmen sollen. Sind gewisse Leitungen unterbrochen, gewisse Teile erkrankt, dann herrscht keine richtige Harmonie zwischen Denken, Fühlen und Wollen. Der Mensch ist dadurch, daß die Organe des Wollens gelähmt sind, nicht imstande, seine Gedanken in Willensimpulse umzusetzen. Er ist schwach als Tatmensch, er kann zwar gut denken, aber sich nicht entschließen, einen Gedanken in Wirklichkeit umzusetzen. Eine andere Art ist die, wo der Mensch nicht imstande ist, seine Gefühle durch die Gedanken richtig lenken zu lassen, die Gefühle in Einklang mit den dahinterstehenden Gedanken zu bringen. Der Tobsüchtige ist im Grunde nichts anderes.
Cite:
GA 55/1906-11-08_02/p031 · edition original