Der Ursprung des Leides

GA 55/1906-11-08_02/p040 ·1906-11-08 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Das sollte nur eine Skizze sein, die auf den Zusammenhang von irdischem Dasein und Leiden und Schmerzen hinweisen sollte. Sie sollte zeigen, wie wir den Sinn von Leiden und Schmerzen einsehen können, wenn wir sehen, wie sie erstarren, sich kristallisieren in physischen Dingen und Organismen bis zum Menschen, und wie durch ein Verflüssigen des Erstarrten der Geist bei uns wiedergeboren werden kann, wenn wir sehen, daß im Geist der Ursprung des Schmerzes, des Leides ist. Das, was uns der Geist gibt, ist Schönheit, Kraft und Weisheit, das verwandelte Bild der ursprünglichen Stätte des Schmerzes. Deshalb hat nicht mit Unrecht ein geistvoller Mann, Fabre d’Olivet, den Vergleich gebraucht, um das Höchste, Edelste, Geläutertste in der Menschennatur in seinem Hervorgehen aus dem Schmerz zu zeigen, daß das Hervorgehen von Weisheit und Schönheit aus dem Leid vergleichbar ist einem Vorgang draußen in der Natur, dem Geborenwerden der wertvollen, schönen Perle. Denn aus was wird sie geboren? Aus der Krankheit des Muscheltieres, aus der Zerstörung innerhalb der Perlmuschel. Wie die Schönheit der Perle geboren wird aus Krankheit und damit aus Leiden, so wird Erkenntnis, edle Menschennatur und geläuterter Menschensinn aus dem Leiden, aus dem Schmerz geboren.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/55/1906-11-08_02/p040.json
Cite: GA 55/1906-11-08_02/p040 · edition original