Der Ursprung des Bösen

GA 55/1906-11-22/p006 ·1906-11-22 · original (original)
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Die Geheimwissenschaft lehrt das Dasein gewisser hochentwickelter Menschen, der Eingeweihten oder Initiierten. In den Geheimschulen aller Zeiten wird gelehrt, wie sich der Mensch auf eine solche Entwicklungsstufe bringen kann. Bestimmte Übungen werden da vorgeschrieben, die auf ganz natürliche Weise den Menschen fortentwickeln. Meditations- und Konzentrationsübungen sind es, die dem Menschen eine andere Anschauung geben sollen, eine Anschauung, die er nicht mit dem Verstande und den fünf Sinnen erwerben kann. Die Meditation führt zunächst weg von der sinnlichen Auffassung. Durch innere seelische Arbeit wird da der Mensch frei von den Sinnen. Etwas Ähnliches geht da im Menschen vor sich wie bei der Operation eines Blindgeborenen. Eine Art Operation findet statt, die geistige Augen und Ohren öffnet. Diese Entwicklung wird in längerer Zeit die ganze Menschheit erreichen. Das Weltliche darf man darum aber nicht verleugnen, wenn man sich höher entwickeln will. Weltflüchtige Askese taugt nicht fürs Hellsehen. Hellsehen ist die Frucht dessen, was die Seele in der Sinnenwelt sammelt. Schön verglich die griechische Philosophie die Menschenseele mit einer Biene. Die Welt von Farben und Licht bietet der Seele den Honig, den sie mitbringt in die höhere Welt. Sinnenerfahrung muß die Seele vergeistigen und hinauftragen in höhere Welten.

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