Wie begreift man Krankheit und Tod?
Das Harmloseste, was der Organismus hat, ist auf diese Weise entstanden. Die Einverleibung der äußeren Welten und der Natur braucht der Organismus; aber dabei muß auch die Möglichkeit gegeben werden, daß die Sache wie ein Pendel hinüberschlägt nach der anderen Seite. Immer ist die Möglichkeit gegeben, wenn der Mensch sich solchen Stoffen aussetzt — und dem ist er in jedem Augenblick ausgesetzt —, daß das Mittel in seiner Wirkung sich überschlägt und schädigt, je nachdem, ob der Lebensleib geeignert ist, es aufzunehmen oder nicht. Dadurch wird der Organismus stark gegen das Mittel, wenn er im Augenblick stark genug ist, den Stoff in sich aufzunehmen. Es gibt keine Möglichkeit, der Krankheit zu entkommen, wenn man die Gesundheit haben will. Jede Möglichkeit, sich gegen die äußeren Einflüsse stark zu machen, beruht auf der Möglichkeit, Krankheit zu haben, krank zu sein. So ist die Krankheit die Bedingung der Gesundheit. Das ist ein ganz realer Werdegang. Das ist geradezu die Folgerung und Gabe der Krankheit, daß das Starke vom Menschen erworben werden muß. Was beim Ausschlagen des Pendels überlebt, das hat die Frucht der Immunität aus der Krankheit, — und sogar über den Tod hinaus.