Das Wesen des Gebetes

GA 59/1910-02-17/p030 ·1910-02-17 · original (original)
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So kann uns das Gebet im besten Sinne des Wortes eine Weisheit geben, zu der wir im gegebenen Augenblick noch nicht fähig sind; es kann uns die Möglichkeit geben zu einem Fühlen und Empfinden, das wir uns bisher noch nicht anerziehen konnten. Und wenn das Gebet unsere Selbsterziehung weiter führt, kann es uns eine Stärke des Wollens geben, zu der wir uns bisher nicht haben aufschwingen können. Wenn wir allerdings eine solche Gebetsstimmung haben wollen, dann müssen es die größten Gedanken sein, die herrlichsten Empfindungen und Impulse, deren wir fähig sein können, die in der Seele aufleben, damit sie eine solche Stimmung aus ihr herausholen. Und da kann ja immer wieder nur hingewiesen werden auf diejenigen Gebete, die seit uralten Zeiten oder in den feierlichsten Momenten der Menschheit gegeben worden sind.

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