Michelangelo und Seine Zeit vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft
> Im Hafen lieg ich, den wir all’ erreichen, > Gebrechlich war die Barke, die mich trug, > Sturmvoll die Fahrt, doch jetzt gilt es, im Buch > Des Lebens meine Rechnung auszugleichen. > Einst war die Kunst mein Glück, berauschend tränkte > Ihr Nektar mich, der so verlockend schäumte, > Idol und Göttin war sie, und ich träumte, > Bis ich erwachend seh, was sie mir schenkte! > Zwiefach wälzt sich Vernichtung auf mich zu; > Der Tod, der jetzt mich fortnimmt, ohn’ Erbarmen, > Und nach ihm, jener ew’ge Tod voll Schrecken! > Marmor und Farben geben keine Ruh, > Nur Eins gibt Trost: zu schaun nach jenen Armen, > Die sich vom Kreuze uns entgegenstrecken.
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