4. Menschenseele und Menschengeist
Und wenn man wiederum nach der anderen Seite geht, wenn man durch den Willen aus der Sinnenwelt so hinausgeht, wie geschildert worden ist, und zu dem innerlichen Beobachter kommt, der einen wirklich begleitet, der aber nicht beobachtet wird, weil ihm die Aufmerksamkeit im gewöhnlichen Leben entzogen wird, dann fühlt man: Da in dir ist immer einer, der dir zuschaut, der seinerseits zum Ausdruck bringt, was du willst, worauf du deine Absichten richtest, was deiner Wunsch-, deiner Wollensphäre angehört. Aber dieses Zuschauen stellt sich jetzt so dar, daß man innerlich mittätig fühlt diesen Zuschauer, diesen höheren Menschen im Menschen, diesen Geistesmenschen im Leibesmenschen. Man fühlt, wie er mittut, wie sein Tun in allem, allem darin ist. Ich nannte dieses innerliche Mittun einen Beobachter, weil man dadurch zu seinem Verständnis kommt; aber es ist nicht ein Beobachter im Sinne des Zuschauens, sondern im Sinne des Mittuns. Den Menschen, der durch die Todespforte schreitet, fühlen wir schon jetzt in unserem Leibe, wenn wir uns auf diese Weise dazu bringen, daß er in uns tätig ist. Aber wir müssen dann diese innere Tätigkeit, wenn wir das andere «Hellsichtigkeit» genannt haben, «Hellhörigkeit» nennen. «Geistesohren», um wieder ein Goethe-Wort zu gebrauchen, gehen auf im Innern der Seele. Man lebt sozusagen in einem nur geistig vernehmbaren schwingenden Tönen, von dem man weiß, daß es innerlicher Realität entspricht. Man weiß, daß man selber unmittelbar geistige Wesenheit ist und sich nun begeben kann in die «Gesellschaft» — um dieses triviale Wort zu gebrauchen — der anderen Geistwesen, die in der geistigen Welt sind.