32. Die Abstammung des Menschen
So dürfen wir wohl nach dieser Voraussetzung unbefangen diesen Gegenstand [von dem Standpunkt der Geisteswissenschaft] betrachten. Leicht macht es sich das monistische Denken. [Zu einer] Materialistischen macht es sich die Frage, indem es in merkwürdiger Logik ... /Lücke]. Unsere im Laufe des 19. Jahrhunderts mit so bewundernswürdigen Fortschritten aufgerüstete Naturwissenschaft — [und] niemand anders als der Geisteswissenschafter kann diese Fortschritte der Naturwissenschaft mehr bewundern — unsere Naturwissenschaft hat unter vielem anderem auch den Menschenblick erweitert über die Summe der Lebewesen, die heute um uns herum leben und die in früheren Epochen der Erdentwicklung auf dieser Erde gelebt haben. Deren Überreste [finden] wir mehr oder weniger erhalten in den Schichten unserer Erde, in denen einstmals die [uns] wenig [ent]sprechenden Wesen zu finden sind. Und eine Art Religion, eine Art Bekenntnis, die sich aufgebaut hat auf diese naturwissenschaftliche Tatsache, sie hat [gefolgert] aus der Betrachtung, aus der sinn[es]gemäßen Betrachtung dessen, was die Welt heute um uns herum zeigt, wenn wir die Schichten der Erde betrachten, um nach vorweltlichen Wesen zu forschen, dieses Bekenntnis hat eine Art Entwicklungslehre daraus gemacht, die außerordentlich viel Interessantes, viel Wichtiges, auch viel Richtiges enthält.
Cite:
GA 68b/1907-10-31/p006 · edition original