34. Erdenanfang und Erdenende
Das Auge ist gebildet vom Geist. Es nimmt jetzt wahr die materielle Welt. Das Auge [als Organ] wird wieder vergehen; aber was das Auge gesehen hat, das nimmt der menschliche Geist als Frucht mit sich, das verleibt er sich ein. Ebenso werden die Ohren als Organe vergehen; aber was der Mensch mit ihnen gehört hat, das nimmt sein Geist als Frucht mit. Nicht umsonst hat der Mensch sich Organe gebildet; wenn alles Materielle aufhört, wird er dastehen als geistiges Wesen, reifer, innerlicher, vollendeter. [Einstmals wird alles Physische vollendet werden; die Erde wird zerbröckeln in einzelne Teile.] Dass die Erde einmal sich auflösen wird, das lehrt auch die Physik. Was aber bleibt [für den Materialisten] von [dem Leichenfeld] der Erde? Wenn wir es im materialistischen Sinne betrachten, bleibt nur das öde Nichts. Im Sinne der Geisteswissenschaft aber wissen wir: Alles, was durch diese sinnlichen Organe gesehen, gehört, empfunden wurde, das wird bleiben als Inhalt des Geistesmenschen, und mit diesem Inhalt wird der Mensch [in anderen Welten, noch ungekannten] zu einem neuen kosmischen Dasein aufsteigen.
Cite:
GA 68b/1907-12-16/p065 · edition original