49. Die praktische Ausbildung des Denkens
Hier kann man auch die Gründe finden, warum es unrecht ist, dass immer und immer wieder betont wird von unseren Schulen: Ach, was werden dafür Dinge gelehrt, die man nicht anwenden kann im praktischen Leben! — Wenn sie nur ordentlich gelehrt werden, dann sind sie von ungeheurer Bedeutung, diese Dinge, die man nicht unmittelbar anwenden kann. Die bilden gerade den Menschen um, die Dinge, die man nicht anwenden kann im Leben. Was ausfließt ins Leben, fließt weniger ein in den Menschen selber; was nicht ausfließt ins Leben, bildet die feinen Organe. Das bringt den Menschen weiter. Dadurch wird er selbstständiger, dadurch wird er so durchkraftet von der Gärung der Gedanken, dass sie bis in die Glieder gehen. Man kann es sehen, dass der Mensch ein solch innerliches, ihn befriedigendes, nicht unmittelbar auf die Außenwelt gehendes Denken entfaltet; er wird beweglicher, geschickter in seinen Gliedern.
Cite:
GA 68b/1909-02-13/p042 · edition original