52. Die Mission des Zornes. Der gefesselte Prometheus

GA 68b/1909-10-21/p065 ·1909-10-21 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Nur andeuten konnte ich, wo der Nerv des Dramas liegt. Zeigen konnte ich, wie das Gemüt des Dramatikers erfüllt war von dem, was in der menschlichen Natur ist und durcheinanderwirkt. Deshalb konnte Aischylos darstellen, wie da herauskommt aus dem astralischen Leib der Zorn, der das Ich gefesselt hat im Kosmos, damit es reif werden kann, erst die Fähigkeiten zur Entwicklung zu bringen, die ihm angemessen sind, gleichsam herausprojiziert aus dem Kosmos in die innere Menschennatur. Durch dieses gewaltige Drama werden wir sehen, wie der Zorn die Mission hat, Vorbote der Liebe zu sein. Das ist in gewisser Beziehung auch das, was [uns] mit dem hehren Wort Wahrheit verbindet, [das] in Zusammenhang steht mit der Menschennatur in anderer Weise wie der Zorn.

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