55. Die Mission der Andacht
Das Zweite ist, dass er eine Reihe von Vorstellungen und Empfindungen und Willensimpulsen, die ihm bezeichnet werden, auf seine Seele wirken lässt. Diejenigen Vorstellungen und Empfindungen und Willensimpulse, die er nunmehr aus innerer Kraft heraus in seiner Seele beleben muss, sind nicht dazu da, äußere Eindrücke widerzuspiegeln, eine äußere Wahrheit zu geben. Wer sie von diesem Gesichtspunkte aus ansehen würde, würde sich sehr irren. Dasjenige, was da das innere Leben des geistigen Erkennens ausmachen muss, das ist ein Aufsteigen von ganz bestimmten, meinetwegen symbolischen Begriffen und Vorstellungen und so weiter, die so stark in der Seele wirken, dass sie allerdings dieses Seelenleben, das leer geworden ist, mächtig von innen heraus aufrütteln, stärker sogar aufrütteln, als alle äußeren Eindrücke und Anregungen das Seelenleben aufrütteln können. Das ist der zweite Akt des geistigen Erkennens, wenn der Geistesforscher selber solche Erlebnisse in sich anregen kann, die seine Seele mächtig aufrütteln.
Cite:
GA 68b/1910-03-12/p024 · edition original