10. Das Wesen des Menschen
Und so sehen wir die Seele in sich selbst zerfallen oft schon in früher Jugend, sehen einen tiefen Zwiespalt bei denen, die am ernstesten streben; und der pflanzt sich fort ins Leben hinein. Bei vielen tritt dann später eine gewisse Gleichgültigkeit ein gegenüber diesen Fragen; sie suchen sich dieselben fernzuhalten, um nicht durch dieselben beunruhigt zu werden. Eine Oberflächlichkeit des Lebens geht daraus hervor, und das ist vielleicht noch schlimmer als bei anderen Menschen, bei denen durch die Sehnsucht, Antwort zu bekommen auf diese Fragen, immer neue Zweifel angeregt werden, die kaum durch etwas zu befriedigen sind. Das ist eine tiefe Tragik im Innenleben des Menschen!
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GA 68d/1907-07-02/p009 · edition original