10. Das Wesen des Menschen

GA 68d/1907-07-02/p028 ·1907-07-02 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Niemand darf sagen, die Theosophie behaupte, Gott ist im Menschen, wie oft oberflächlich behauptet wird, aber so wenig, wie man, wenn man einen Tropfen aus dem Meer nimmt, sagen kann: Dieser Tropfen ist das Mcer, dabei aber doch weiß, dass dieser Tropfen in seiner Essenz dasselbe ist wie das Meer, ebenso wenig kann jemand, wenn er zu seiner Seele sagt «Ich», den umfassenden Geist meinen. Das ist er ebenso wenig, wie der Tropfen das Meer ist, und dennoch ist er die gleiche Wesenheit wie der göttliche Allgeist. In diesem Sinne müssen Sie das auffassen. In diesem Sinne nannten die alten Hebräer Jahve, Jehova den unaussprechlichen Namen Gottes, das bedeutet die Wesenheit, das Ich. Deshalb ging ein tiefer, ehrfurchtsvoller Schauer durch die Reihen des Volkes, wenn, der dazu berufen war, einmal im Jahre diesen heiligen Namen aussprach: Jahve, das heißt: Ich bin, der da ist, der da war und der da sein wird!

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