26. Das Geheimnis der Menschlichen Temperamente
Der Übergang von der Zeit des Abgewöhnens physischer Leidenschaften macht sich dadurch geltend, dass der Mensch zunächst als das Innerste seines Erlebens etwas hat, was man bezeichnen kann als das Gefühl der Seligkeit. Jetzt beginnt vor allen Dingen die Zeit, wo er entgegenarbeitet einem neuen Dasein, wo er beginnt, das, was er in früheren Leben gelernt hat, was er als Früchte aufgenommen hat, anzuwenden, das allmählich zu einem geistigen Urbild auszugestalten, wovon das nächste Leben ein Abbild werden kann. Schaffen ist immer mit dem Gefühl der Seligkeit verbunden. Und jenes Schaffen, in dem wir das Urbild für ein nächstes Dasein nach und nach bilden, das ist höchste Seligkeit. Ich will gar nicht davon sprechen, welche Seligkeit mit jeder geistigen Produktion verbunden ist, aber es ist schon Seligkeit, wenn nur - verzeihen Sie den Vergleich — die Henne teilnimmt an der Produktion des neuen Hühnchens. Seligkeit ist das, was ein Wesen durchzieht bei allem Hervorbringen. Seligkeit ist es daher auch, was der Mensch durchmacht, indem er frei ist von allen Schranken der physischen Welt, indem er alles zusammenbringt geistig, was dann, wenn es geistig ausgebaut ist, zu einem neuen Dasein auf dieser Erde schreitet.
Cite:
GA 68d/1908-12-15/p015 · edition original