26. Das Geheimnis der Menschlichen Temperamente
Das ist dasjenige, was das Grüblerische des Melancholikers begründet. Der schleppt sich hinter seinen Gedankenmassen, hinter seinen Gefühlsmassen, die immer wieder eintreten, einher, weil der physische Leib den vorwiegenden Einfluss auf den Ätherleib hat. Und überall da, wo überhaupt der physische Leib einen vorwiegenden, das heißt, zu großen Einfluss auf den Menschen hat, wo sich dessen Leben so erweist, dass er nicht voll beherrscht werden kann von den höheren Gliedern, da zeigen sich recht die Folgeerscheinungen, auch dann, wenn sie krankhaft werden. Es ist nur die Folge davon, dass die höheren Glieder der menschlichen Natur nicht ihre volle Herrschaft üben können über den physischen Leib, wenn zum Beispiel epileptische Anfälle, wenn nervöse Kopfschmerzen auftreten. Sobald der melancholische Charakter hinüberneigt ins Pathologische, können solche Dinge auftreten.
Cite:
GA 68d/1908-12-15/p027 · edition original