IX. Moses, seine Lehre und seine Mission

GA 69b/1911-02-13/p036 ·1911-02-13 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Alle alten Kulturen müssen wir so ansehen, daß sie in gewisser Weise auf den Wegen der Imagination, der Inspiration, der Intuition beruhten, die in die Seele hereinströmten. Diese Kulturen hatten also etwas, was vom physischen Leib unabhängig war und in die physische Welt bloß hinunterfloß. Deshalb sind die Überreste der alten Kulturen so schwer zu deuten, denn in dem Augenblick, wo man mit dem Bewußtsein unabhängig wird vom physischen Leib, da kann man nurmehr in plastischeren Gebilden leben als dem physischen Leib. Solch scharf umrissene Konturen wie im Physischen hat man im Hellsehen nicht; da hat man etwas Bildhaftes, das sich nicht so unmittelbar auf die physische Welt bezieht, wie das sonst der Fall ist beim intellektuellen Begreifen; man hat etwas, was mehr symbolisch sich auf die äuReren Dinge bezieht. So dürfen wir sagen, daß uns die hellseherischen Kulturen - und dazu gehört auch die ägyptische in ihrer ganzen Größe - in allen Überlieferungen so gegeben sein müssen, daß sie in gewisser Weise statt äußeren, scharfen Begriffskonturen Bilder gebrauchen. Die Mythen, die alten Legenden, in welche die Weltengeheimnisse getaucht werden, sind bildhafte Darstellungen der Weltengeheimnisse; sie sind Nachklänge des alten bildhaften Hellsehens. Da war die Übertragung der Kultur in einer gewissen Weise noch an geistige Vorgänge gebunden.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/69b/1911-02-13/p036.json
Cite: GA 69b/1911-02-13/p036 · edition original