II. Christus und das zwanzigste Jahrhundert

GA 69c/1912-02-22/p006 ·1912-02-22 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

[Und so fragten die Gnostiker:] Wie finden wir den [Ur-]Menschen? Ein jeder [in] sich selber? Auf der einen Seite finden wir das, was wir auch in Bezug auf das Seelenleben geworden sind, auf der anderen ein Streben, einen Glauben an eine höhere Menschennatur. Dadurch kann der Mensch gewisse Kräfte in seinem Innern entfesseln, sodass er sich selbst erheben kann. Er entdeckt [s]eine höhere Natur. So ist eine Summe von Kräften in der höheren Menschennatur verborgen. Das ist die Anschauung der Gnostiker: Der Mensch ist bestimmt für ein Leben in höheren Sphären; sein Leben auf der Erde ist niedriger, liegt unter dem, was er seinem Geiste nach sein könnte. Das [leibliche] Leben des Menschen stimmt nicht zusammen mit seiner höheren Natur; aber es geht nicht verloren; es ist nur wichtig für den physischen Fortschritt [auf der Erde]. Das Höhere hat sich in der geistigen Welt bewahrt. Schließlich konnte dieses Übermenschliche heruntersteigen und in der Menschennatur wirken; zu einem gewissen Zeitpunkte konnte gleichsam ein urmenschliches Wesen heruntersteigen und in der Menschennatur wirken, das sich bis dahin in der geistigen Welt bewahrt hatte. Diese Wesenheit stellte sich die Gnosis als den Christus vor. Er birgt in sich den Impuls zum Höchsten, was der Mensch erreichen kann. Dieser Zeitpunkt [des Heruntersteigens] fällt - sinnbildlich gesprochen - zusammen mit der Johannes-Taufe.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/69c/1912-02-22/p006.json
Cite: GA 69c/1912-02-22/p006 · edition original