18. Der Ursprung des Bösen und des Übels im Lichte der Geisteswissenschaft
Wir wissen, dass die Geistesforschung sich nicht allein auf die gewöhnliche Erkenntniskraft stützt, sondern vor allem auf diejenige, welche zunächst im Menschen schlummert, aber durch die Mittel der Meditation und Konzentration aus dem Unbewussten heraufgeholt werden kann durch eine unbegrenzte Anstrengung von Geistes- und Seelentätigkeiten, die sonst nur in ihrem elementaren Zustande gebraucht werden. Dann kann sich der Mensch nach solcher Erstarkung selbst außerhalb seines Leibes erleben wie einen Tisch zum Beispiel, der im gewöhnlichen Tagesbewusstsein vor ihm steht. Wie es ohne Weiteres dem Chemiker möglich ist, Wasser in seine beiden elementaren Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu trennen, so kann, wie in einer Art geistiger Chemie, die Seele aus dem Leibe gehoben und zur selbstständigen Wirksamkeit gebracht werden, sodass sie, in der geistigen Welt arbeitend, den Leib in der physischen Welt zurücklässt. In dieser Verfassung erlebt der Geistesforscher das Dasein geistiger Wesenheiten und die Vorgänge in der geistigen Welt als eine höhere Wirklichkeit.
Cite:
GA 69d/1914-03-29/p012 · edition original