2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft
Auf der einen Seite kann man sagen: Diesem Forschen liegt vor, äußerlich vor ihm ausgebreitet, das, was in Wirklichkeit ist; und von dieser äußeren Wirklichkeit schreitet fort der menschliche Geist, schreitet fort die menschliche Seelenanschauung zu dem, was sie haben will, zu dem, was sie erreichen will, sodass Wissenschaft dieser äußeren Natur gewissermaßen eine Konsequenz, eine Folge des Erlebens der äußeren realen Wirklichkeit auf diesem Gebiete ist. Das andere, das sich jedem aufdrängt, der ein wenig das Verhalten der Seele zu diesem äußeren Forschen ins Auge fasst, das ist, dass wir in diesem Forschen, in diesem Fortschreiten von dem Anschauen der Außenwelt zu den Begriffen, Vorstellungen, Ideen, die wir uns machen, gleichsam von dem vollsaftig Wirklichen, von der inhaltsvollen Realität fortschreiten zu demjenigen, was dann in unseren Gedanken, Vorstellungen, Begriffen gewissermaßen ätherisch, dünn ist gegenüber dem Vollsaftigen der äußeren Wirklichkeit. Wir fühlen es: Stehen wir mit unseren Sinnen der Wirklichkeit gegenüber, so stehen wir im vollen Leben darinnen. Indem wir uns das Wissen, die Erkenntnis über die äußere Wirklichkeit bilden, entfernen wir uns von dieser vollsaftigen Wirklichkeit. Oftmals ist es betont worden: Wir gehen zu einer Art grauen inneren Erlebens fort, zu einem dünnen «Ätherischen».
Cite:
GA 70a/1914-12-02/p007 · edition original