4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 70b/1915-11-29/p042 ·1915-11-29 · original (original)
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Dieses gewöhnliche Denken beherrscht uns, das lebt in uns aufbauend, abbauend; das aber, was in Halluzinationen lebt, in demjenigen, was man im trivialen Sinn Hellsehen nennt, ist ein Untersinnliches; [es] presst den Menschen tiefer in die Leiblichkeit hinein. Während das wahre Hellschen zum übersinnlichen Schauen erhebt, presst tiefer in die Leiblichkeit hinein das, was das halluzinatorische Hellsehen ist, und zeigt das, was viel zeitlicher ist als das gewöhnliche Zeitliche, was viel Vergänglicher ist als das, was durch das gewöhnliche Denken erworben werden kann. Wird man einmal einsehen, dass gerade mit Bezug auf die krankhaften Seelenerscheinungen Geisteswissenschaft nicht etwa gegen die naturwissenschaftliche Gesinnung sich richtet, sondern sie sogar bekräftigt, sogar herunterführt in eine tiefere Region, in dem, was gewöhnlich Hellsehen genannt wird -, um gerade zu zeigen, dass das wahre Hellsehen erlangt wird durch Kräfte, die in der geschilderten Weise erworben werden, dann wird man Geisteswissenschaft nicht zusammenbringen mit jedem beliebigen Aberglauben, sondern wird sie ansehen als etwas, was nicht nur gesund ist, wie gewöhnliche Gesundheit, sondern eine höhere Gesundheit darstellt - eben das Zusammenleben mit den geistigen Kräften.

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