8. Die Harmonie zwischen Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft und die Missverständnisse über die erstere und den ihr gewidmeten Bau in Dornach

GA 70b/1916-01-14/p039 ·1916-01-14 · original (original)
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Zu begreifen ist nur nicht, wie Menschen in den Dornacher Vortragsraum eintreten und etwa sagen: Da drinnen ist alles geheimnisvoll, alles voller Symbole, alles voller besonderer Zeichen. - Nicht ein einziges Zeichen, nicht ein einziges Symbolum ist darinnen, sondern es ist gerade versucht worden, [so zu gestalten, dass man sich die Frage vorlegte:] Wie muss der Gedanke sein, könnte er in künstlerische Formen ausfließen? - Der Unfug, der sonst häufig, sagen wir, auf theosophischem Gebiete getrieben wird, dass man allerlei geheimnisvolle Zeichen sucht und die an alles Mögliche anklebt und darinnen etwas Künstlerisches oder ein künstlerisches Surrogat sehen will - das ist gerade bei diesem Bau vermieden worden. Und alles ist aufgelöst in Künstlerisches. Das ist gerade versucht worden. Nirgends sollte der bloße Gedanke wirken. Und das konnte um so mehr geschehen, als der Gedanke, der sonst die Allegorie, das Symbol sucht, wenn er hinausstrebt aus der sinnlichen Wirklichkeit, doch nicht hinauskommen kann aus der Bilderhaftigkeit, aus der Unwirklichkeit, aus dem bloß Gedankenhaften. Wenn dieser Gedanke oftmals das Symbolische, das Allegorische sucht - der lebendige Gedanke, der eins wird mit der [Lücke in der Mitschrift], der kann sich unmittelbar künstlerisch geben, sodass sich Kunst in Formen, in Farben und so weiter in äußerer Wirklichkeit auslebt. Dasjenige, was dargestellt werden sollte [in diesem Bau] wurde nicht in allerlei künstlerischen Surrogaten wie Allegorien und Symbolen und dergleichen dargestellt. Daher ist es nur zu verwundern, wenn Menschen sich die Dinge ansehen und, trotzdem sie kein einziges Symbol sehen können, davon reden, dass allerlei Geheimnisvolles, alle möglichen Zeichen und dergleichen in diesem Dornacher Bau zu sehen wären.

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