2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut

GA 80b/1921-01-28/p054 ·1921-01-28 · original (original)
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Das soll Ihnen ein Beweis sein, dass wir durchaus nicht auf einem anthroposophischen Boden stehend eine neue Religion gründen wollen, irgendwie eine Weltanschauung in die Leute hineinpfropfen wollen. Sondern was uns zum Beispiel dabei leiten soll, ist dieses: Wer eine solche Wissenschaft hat, wie es die anthroposophische Geisteswissenschaft ist, der hat etwas den ganzen Menschen Ergreifendes, was ihn geschickt macht, was vor allen Dingen seine Seele geschickt macht, was ihn zu einem Menschenkenner, auch zu einem Kinderkenner macht, zu einem Kenner des werdenden Menschen, des Kindes, macht. [Und deshalb haben wir es in der Waldorfschule dazu gebracht, dass wir nur durch die Methode, durch die Didaktik, durch die pädagogische Kunst], die sich aus der Anthroposophie herausentwickeln lässt, auf die Art und Weise des Unterrichtens [wirken], und das ist es, worauf es ankommt, nicht auf die Einimpfung irgendeines Religionsbekenntnisses, das irgendwie neu sein soll gegenüber den anderen. In sorgfältiger Weise achten wir darauf, dass sich eben gerade durch die pädagogische Kunst ergibt die Behandlung des Kindes, so wie man es nur behandeln kann, wenn man wirklich aus dem Gesamten des Geistig-Seelischen, ich möchte sagen jedes Jahr, das siebente, das achte, das neunte, in seinen besonderen Fähigkeiten ins Auge fassen kann.

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