2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Nun — meine sehr verehrten Anwesenden —, in dieser Schule herrscht gerade dadurch, dass die Lehrer durchsetzt sind mit dem, was Geisteswissenschaft ist, und diese Atmosphäre in die Klasse hineintragen, das, was gerade, ich möchte sagen auch eine Atmosphäre der Liebe ist. Gewiss, es wird vielleicht nicht so besonders tief genommen werden, wenn ich so etwas sage. Aber jedes Mal, wenn ich nach Stuttgart komme, um diese Schule zu revidieren, dann stelle ich die Frage, entweder bei den einzelnen Klassen oder im Festsaal: Liebe Kinder, habt ihr eure Lehrer auch lieb? Man urteilt dann wahrhaftig nicht nach irgendeinem äußeren Dekretieren der Kinder, sondern nach der ganzen Art und Weise, wie sich die Kinder verhalten, wie die Augen blitzen. Und das ist etwas, was einem immer voll Freude sagt, dass damit doch etwas geschehen ist, eine solche Didaktik aus der Anthroposophie heraus gebildet zu haben: Wenn die Kinder dann im ganzen Chore antworten, wirklich mit ihrer ganzen Seele, mit einem «Ja», das aus der ganzen Seele kommt, das nicht einstudiert ist.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p055 · edition original