6. Anthroposophie und Agnostizismus

GA 82/1922-04-12/p036 ·1922-04-12 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Damit aber sind wir gezwungen, gerade weil wir ankommen mußten an diesem Punkte, nach der anderen Seite unsere Erkenntnispfade zu nehmen. Denn steigen wir Jetzt auf durch Imagination, Inspiration, Intuition in die geistige Welt, dann erkennen wir eben dasjenige, was uns erst zum eigentlichen Menschenwesen führt. Und wir finden den starken Impuls, in diese Welten aufzusteigen, wenn wir eben ganz gewahr werden, daß die Sinneswelt nur aus sich selber erklärt werden darf, mit ihren eigenen Methoden. Das gibt uns den Anstoß. Dann aber, wenn die Sinneswelt nur aus ihren eigenen Methoden erklärt werden kann, dann dient in ihr das Denken nur als ein Werkzeug der Erklärung. Dann hat das Denken für die Sinneswelt nur als Diener eine Bedeutung, für die gegenseitige Interpretation der Erscheinungen, um die Erscheinungen so zusammenzubringen, daß sie sich gegenseitig erklären. Dann ist das Denken, wie wir es haben im reinen Phänomenalismus beziehungsweise Agnostizismus, bloß Bild. Dann enthält es keine Realität mehr. Der Gnostiker fühlte die Realität des Denkens, indem er anschaute. Unser Denken hat ein bloßes Bilddasein.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/82/1922-04-12/p036.json
Cite: GA 82/1922-04-12/p036 · edition original