Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie

GA 84/1923-04-30/p008 ·1923-04-30 · original (original)
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Und so gesteht man sich zuletzt, wenn man an tieferes Erleben, an die großen Fragen des Menschendaseins, herantreten will: Die Naturwissenschaft gibt keine Möglichkeit, in diese Frage irgendwie hereinzudringen. Sie schließt ihre Erkenntnisse in einem Gebiet ab, so daß man mit ihren Erkenntnissen nur das Äußerliche des Menschen erkennen kann, daß man mit ihr nicht an den Menschen herankommt. Das ist zuletzt das notwendige Geständnis, das man sich machen muß. Gerade ernste und ehrlich gemeinte Naturwissenschaft kommt nicht an den Menschen heran. Und Mystik, sie kommt so, wie sie zunächst meistens auftritt, nicht aus dem Menschen heraus. Die Naturwissenschaft kommt, indem sie in die Welt eindringt, von der Welt nicht zum Menschen; die Mystik kommt, indem sie in den Menschen eindringt, von dem Menschen nicht in die Welt hinaus. Wenn man dann empfindungsgemäß dasjenige, was sich der Seele ergibt aus diesen beiden Ausblicken, so recht auf sich wirken läßt, dann frägt man sich doch noch einmal: Ist es nicht vielleicht möglich, auch noch hinauszugehen über dasjenige, was Mystik auf der einen Seite gibt, und was Naturerkenntnis auf der anderen Seite gibt?

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