Die Menschenentwickelung und Menschenerziehung im Lichte der Anthroposophie

GA 84/1923-04-30/p030 ·1923-04-30 · original (original)
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Das will Anthroposophie nicht sein, sie will eine Fortsetzung sein der wissenschaftlichen Forschung, die sich durch Jahrhunderte hindurch bis zur Kulmination im neunzehnten Jahrhundert entwickelt hat, in deren Entwickelung wir heute noch stehen. Nur in diesen Richtlinien kann sie zur wirklichen Menschenerkenntnis werden und dadurch zur Grundlage einer menschheitsgemäßen und der Menschenwürde gemäßen Menschenerziehung. Denn nicht aus der Erkenntnis der Welt allein kommen wir im Leben zurecht, da weder Naturwissenschaft noch Mystik den Menschen zur vollen Erkenntnis seines Menschenwesens führen können. Denn es ist mit ihr wie mit dem Atmen: sie muß eine Wechselwirkung sein, gewissermaßen ein Einatmen und Ausatmen, zwischen Welterkenntnis und Menschenerkenntnis. Solche Erkenntnis allein kann aber nur die Grundlage sein einer Erziehung, die das Geistig-Seelische bis zu seiner Umwandlung ins Physisch-Leibliche verfolgt, eine Grundlage für das, was am Zustand der menschlichen Kultur einer Umwandlung bedarf. Denn derjenige, der das heutige Leben betrachtet, wird sich sagen können: Durch äußere Umwandlung kann nicht umgewandelt werden dieser Zustand, durch sie allein kann nicht herbeigeführt werden, was wir zum Fortgange unserer Zivilisation, die bedroht ist, wünschen, sondern allein durch dasjenige, was aus dem Geiste kommt, und nur diejenigen Menschentaten, Menschenhandlungen werden sich dem sozialen Fortschritte einfügen, die vom Geiste getragen sind.

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