8. Der Herakles-Mythos
[Viertens:] Nachdem er auf diese Weise Kraft gewonnen hat, geht er an eine andere Arbeit, [nämlich den «Erymanthischen Eber lebendig zu fangen]. Den bringt er gebunden nach Mykene. Das ist eine kriegerische Arbeit. Das will uns sagen, dass, nachdem er die kriegerische Sehnsucht überwunden hat, er wieder herabsteigen muss und jetzt an eine bedeutungsvollere Arbeit gehen kann. Wir sehen, dass er jetzt — wie zufällig - noch etwas anderes vollbringt: Er verwundet den Kentauren Chiron, der die wichtige Aufgabe zu erfüllen hat, für Prometheus einzutreten. Wir sehen, wie sich hier die Prometheus-Sage verknüpft mit der Herakles-Sage. Wir sehen, wie hier das Willenselement in Verbindung tritt mit dem eigentlichen Entwicklungsgang des Herakles. Wir sehen, wie Herakles dasjenige Wesen schafft, bestellt, welches den Prometheus von seinen Qualen erlösen soll. So sehen wir, wie Herakles auf dieser Stufe, nachdem er sich selbst überwunden hat und abgelassen hat von dem Kampfe, nachdem er durch den neuerlichen Streit hindurchgegangen war, jetzt berufen ist, etwas zu tun für die strebende Menschheit. Dieser Sinn liegt der Verbindung der Herakles-Sage mit der Prometheus-Sage zugrunde.