15. Das Christentum Der Evangelien
Wir finden ferner bei verschiedenen Schriftstellern des ersten Jahrhunderts merkwürdige Andeutungen, die wir uns kaum erklären können, die als selbstverständlich hingenommen werden und für welche die ersten christlichen Schriftsteller schon keine rechte Empfindung mehr haben, weil sie ihren Ursprung nicht mehr kennen. Es wird uns erzählt, dass die Christen ihr Antlitz nicht wenden beim Morgengebet nach dem Tempel von Jerusalem, wie die Juden, sondern zum Sonnenaufgang. Die christlichen Kirchenschriftsteller erachten es als selbstverständlich, dass die Christen das Antlitz gegen Osten richten. Die Essäer opferten nicht dem Judentum. Sie richteten das Antlitz nicht nach dem Tempel in Jerusalem, sondern nach Osten. Von hier ab bis zu dem Buche des Jakob Böhme «Die Morgenröte», bis zum «Faust», wo er die Morgenröte bewundert, führen alle diese Vorstellungen zurück auf die alte essenische Vorstellung vom Richten des Antlitzes nach Osten beim Gebet.