18. Das Matthäus-Evangelium und seine Beziehung zum ägyptischen und modernen Geistesleben
Wir haben es also bei Matthäus mit der Anschauung zu tun, dass der Mensch auf seinem Pfade 42 Stationen zu Vorfahren hat und dass er, wenn er [diese Stufen] durchgemacht hat, eintritt in die Göttlichkeit. Auf viele Leben können diese Stationen, diese Vorfahren verteilt sein. Aber erst derjenige, welcher zweiundvierzig Stationen passiert hat, kann eintreten in die Welt als Buddha» oder «Christus. Es ist ganz dasselbe. Auch Buddha hat dieselbe Vorfahren-Reihe durchzumachen gehabt. Bei Buddha haben wir ebenfalls 6 mal 7 = 42 Stufen oder Verkörperungen. Es ist also so, dass wir nicht bloß eine tiefe Ähnlichkeit zwischen Jesus und Buddha zu verzeichnen haben, sondern dass wir auch in der transzendenten Jesus-Natur dasselbe vor uns haben, was in der Buddha-Natur ist. Wir haben es zu tun mit einem Menschen auf höherer Entwicklungsstufe, welcher alle diejenigen Stadien durchgemacht hat, die man durchgemacht hat, wenn man das Leben mit allen seinen Prüfungen überstanden hat und wenn man selbst eingetreten ist in das Stadium, wo man selbst Totenrichter sein kann. Er wird wieder zurückkehren, nachdem er heruntergekommen ist, um zu richten die Lebendigen und die Toten, er wird in das Reich der Totenrichter eingehen, er, der Jesus, der die zweiundvierziggliedrige Kette der Totenrichter durchlaufen hat. Es ist geradeso, wie es in der buddhistischen Legende steht, wo der Buddha zweiundvierzig Stadien durchlaufen hat. Er ist dann eingetreten in das Stadium, wo er selbst Gott geworden ist; der Gott gewordene Mensch ist nun nicht mehr darauf angewiesen, durch die ewige Notwendigkeit der Glieder durchzugehen. Er erscheint auf einen göttlichen Ratschluss. Daher wird uns bei Jesus und Buddha gesagt, dass sie durch göttlichen Ratschluss und [...] durch den Willen des Vaters gesandt sind. Die einzelnen Glieder der Kette der Vorfahren sind nach einer Weltordnung vor sich gegangen.