24. Über Scotus Eriugena
Wer einen Einblick in die Tiefen des Weltganzen gewonnen hat, der kann unmöglich in solcher Weise zwei Weltmächte anerkennen oder die Welt sich so konstruiert denken. Er muss sich die Welt in einer einheitlichen Weise konstruiert denken, sodass das, was wir als Irrtum ansehen, in einer [einheitlichen] Weise begründet sein muss. Er kann nicht annehmen, dass das Göttliche einen Teil zur Unschönheit bestimmt hat, er kann nur annehmen, dass das Göttliche Ziel und Zweck der Welt bestimmt hat; er kann nur annehmen, dass das Schöne und das Hässliche nur erscheint, dass die Welt nicht die Göttlichkeit selbst ist, nicht die in unergründlicher Göttlichkeit bestehende Wesenheit ist, sondern dass das Göttliche sich ergossen hat in der Welt. Durch die Vielfalt, durch die Mannigfaltigkeit entsteht das Böse. Es hat nur ein Dasein, wenn wir es irdisch aussprechen, es erscheint uns nur dadurch als Böses, [wenn wir die Welt nicht als Maya, nicht als Illusion durchschauen]