XVII. Das Verhältnis des Okkultismus zur theosophischen Bewegung
Ein Beispiel: Im ganzen Altertum gab es Mysterien. Diese hatten die Aufgabe, einzelne Menschen aufzunehmen und sie einzuweihen in die Geheimnisse des Daseins, oder - wie Johannes der Apokalyptiker sagt - zu zeigen, was «in Kürze», in der Zukunft geschehen soll. Wenn wir in eine solche Tempelstätte eintreten, finden wir, dass ein Unterricht dort stattfindet für diejenigen Schüler, die in den ersten Grad aufgenommen werden. Wir finden dann auch einen Unterricht für höher und immer höher entwickelte Schüler. Die erste Stufe war die, dass die Betreffenden ihren Astralleib läuterten. Dies bestand darin, dass sie nicht bloß die gewöhnliche bürgerliche Ethik sich zu eigen machten. Die bürgerliche Ethik wurde vorausgesetzt; das was hier in Betracht kommt, musste in strenger Pflichterfüllung befolgt werden. Wenn der Schüler dann mehr und mehr zu höheren Idealen aufstieg, aus den Leidenschaften und Trieben des gewöhnlichen Lebens hinaufstieg zu den Wünschen, die über allem Kleinlichen des Menschen stehen, und seine Lust und Unlust so reinigte, dass die großen weltumfassenden Angelegenheiten des Menschengeschlechtes die seinigen wurden, wenn er über sich hinaus mitfühlte und mitempfand, dann war er auf dem Wege, das, was man die «Reinigung des Astralkörpers nannte, zu vollziehen.
Cite:
GA 90b/1905-10-22/p008 · edition original