XVII. Das Verhältnis des Okkultismus zur theosophischen Bewegung
Verfolgen wir einmal ein wenig unseren Entwicklungsweg zurück. Was war einst da? Ein dumpfes Menschenbewusstsein. Ringsum die Welt, die anders ausgesehen hat als die unsrige, war ein traumhafter Spiegel. Ein träumendes Bewusstsein hatten die Menschen. Und auch als die Entwicklung ihres Gemeinwesens weiterschritt, hatten sie keine Parlamente, die auf Meinungsaustausch beruhten, nichts Derartiges hatten sie. Es spiegelte sich bloß alles in dem Bewusstsein, das im Menschen aufstieg. Und die heutigen Körperorgane: Wodurch sind sie entstanden? Dadurch, dass jene Kräfte an den Menschen gearbeitet haben. So wie die Tiere in den finsteren Höhlen von Kentucky ihre Sehkraft verloren, weil sie sie nicht brauchten, so organisierten die äußeren Kräfte auch dasjenige, was wir als Auge und als Ohr haben. Diese sind durch die Schall- und Lichtkräfte ausgebildet und aus unserem Organismus herausentwickelt worden. Aus dem, was jetzt in uns lebt, wird sich unser geistiger Organismus in der Zukunft entwickeln. Diejenigen Dinge, die als Ausdruck unserer spirituellen Kultur vor uns stehen, die Kirchen und so weiter, die Kulturwerke, die uns Schönheit und Wahrheit vermitteln, sie werden sich einprägen in unsere höheren Wesensglieder. Und wenn diese sich einst entfalten werden zu einem selbsteigenen Leben, dann wird das, was als Schönheit und Wahrheit in der äußeren Kultur lebt, in unserem Inneren aufsteigen. Was Augen und Ohren jetzt wahrnehmen, das sind Bausteine für die Organisierung einer höheren Zukunft. Betrachten wir die Welt von diesem Gesichtspunkt aus, dann gewinnt das menschliche Innere eine ganz andere Bedeutung.
Cite:
GA 90b/1905-10-22/p029 · edition original