XV. Die Einweihung der Weisheit, des Gemütes, des Willens. Die Aufgabe der theosophischen Geistesströmung oder der Theosophie überhaupt
Stufenweise wird der Mensch geführt. Es hat eine Initiation gegeben in der Weisheit, eine im Gemüt, eine im Willen. Das echte Christentum ist die Zusammenfassung aller Initiations-Stufen. Die Initiation des Altertums war die Vorherverkündigung, die Vorbereitung. Langsam und allmählich emanzipierte sich der neuere Mensch von seinem Einweiher, seinem Guru. Zunächst in vollem Trancebewusstsein, aber ausgerüstet mit den Mitteln, hineinzuprägen in den physischen Leib die Erinnerung an das, was außerhalb des physischen Leibes geschehen war, ging die Einweihung vor sich. Deshalb die Notwendigkeit, auch den Ätherleib, den Träger des Gedächtnisses, herauszulösen mitsamt dem Astralen. In das Meer der Weisheit, in Mahadeva, in das Licht des Osiris, tauchten beide unter. In dem tiefsten Geheimnis, in völliger Abgeschlossenheit, ging diese Einweihung vor sich. Kein Hauch der Außenwelt durfte sich dazwischendrängen. Der Mensch war dem äußeren Leben wie erstorben, die zarten Keime wurden abseits des blendenden Tageslichts gepflegt.
Cite:
GA 90c/1903-12-04/p011 · edition original