XV. Parzival und Lohengrin

GA 92/1905-12-03/p008 ·1905-12-03 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen)» (Sixteen lectures, given in Berlin, Cologne and Nuremberg in 1904, 1905 and 1907 (listeners' notes)). The volume's subtitle as given in the publisher's description, mirrored on AnthroWiki (GA 92); the 2022 catalogue's subtitle omits it. The translation is the maintainer's, not a published one.

Durch diese Sagen, die von Rußland über Deutschland nach Frankreich und England hin zu finden sind, geht ein tragisch prophetischer Zug, der sich überall findet, wo Druidenpriester lehrten. Prophetisch wurde gelehrt: Eine Götterdämmerung wird kommen. Wir sind die Reste der atlantischen Kultur. Wir müssen absterben, damit ein Besseres hineinkommen kann. Unsere Eingeweihten sind Propheten dessen, das da kommt. Bei allen, die in der Art des Siegfried eingeweiht sind, kommt eine bestimmte Tragik zum Ausdruck. Das Nibelungenlied enthält eine uralte Form der Einweihung: die Nibelungennot, die Nibelungenklage. Den ganz intimen Schülern wurde gelehrt, daß ein anderer kommen würde, der das geistige Leben bringen würde. Überall wurde die Stimmung der Götterdämmerung verbreitet. Alle lebten in der Empfindung und die intimen Schüler in der Gewißheit: Einer wird kommen, der wird ganz anders sein als unsere Eingeweihten. - Das drückt die Sage aus durch Siegfried.

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