XV. Parzival und Lohengrin
In Skandinavien und in Rußland hatte man den Druidenmysterien entsprechend die Drottenmysterien. «Drotte» ist eine andere Form für Druide. Überall in den alten Mysterien ist Sig der Name des ursprünglichen, großen Eingeweihten. Alle Namen, die mit «Sig» zusammengesetzt sind, führen zurück auf Sig, so zum Beispiel Sigurd, Sigmund, Sieglinde und so weiter. Siegfried war der Eingeweihte, der in der Einweihung den Frieden gefunden hatte. «Friede» bedeutet das, was den Menschen hinüberführt über alle Zweifel; es ist die Befriedigung der Sehnsucht, der Sehnsucht nach Wissen, nach Macht. Siegfried wird in allen Bildern dargestellt als der Unverwundbare. Achilleus, der griechische Eingeweihte, ist an einer Stelle verwundbar geblieben, an der Ferse. Siegfried ist nach der Überwindung des Drachens unverwundbar geworden, bis auf eine Stelle, die Stelle zwischen den Schulterblättern. Das ist da, wo das Kreuz zu tragen ist. Dieses Sinnbild spielte in den alten Mysterien eine tiefe Rolle. Dort wurde gesagt: Ihr seid alle verwundbar an der Stelle, wo einer das Kreuz wird liegen haben. Derjenige, der diese Stelle mit dem Kreuz zudecken wird, der Kreuzträger, der wird der große Eingeweihte sein, der nicht mehr verwundbar ist. — Das gibt der nordischen Sage den großen Zug. Diese Weisheit war eine apokalyptische Weisheit.