Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik
Diejenigen, die eingeweiht sind, sprechen unverhüllt von dieser Welt. Wir brauchen uns nur an Worte Goethes zu erinnern. Freilich werden viele das für etwas Phantastisches halten, was nun gesagt wird. Sie werden es sogar für unkünstlerisch halten, derlei Dinge zu sagen, weil sie den Dichter möglichst so im Unbestimmten schwimmen lassen wollen in bezug auf das Verständnis seines Werkes. Aber ein großer Dichter wie Goethe sagt nicht Phrasen, wenn er Besonderes charakterisieren will, indem er sagt: «Die Sonne tönt nach alter Weise ...». Das ist entweder Hindeutung auf Tieferes, oder es ist Phrase, da ja die physische Sonne nicht tönt. Und ein Dichter, der aus der Anschauung heraus arbeitet wie Goethe, dem darf man eine solche Phrase nicht zumuten. Goethe als Eingeweihter weiß, daß es eine solche tönende Welt, eine geistig tönende Welt gibt, und er bleibt im Bilde. Als er den Faust nach seinen Irrgängen, die im ersten Teil geschildert sind, hinaufentrückt sein läßt in die geistige Welt, da heißt es wiederum: