XXXI

GA 93a/1905-11-05/p012 ·1905-11-05 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Notizen von einem esoterischen Lehrgang» (Notes from an esoteric course). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Eine weitere Initiation erfolgte noch weiter nach Vorderasien hinein: bis nach Ägypten, bis zu den Babyloniern, Assyrern, Chaldäern, diesen Stammyvätern der Araber. Da wurde dann die dritte Unterrasse ausgebildet. Diese dritte Unterrasse war nun eine solche, welche vorzugsweise die beiden Richtungen — das Innere des Menschen und das Äußere - miteinander in Einklang zu bringen suchte. Ob Sie die Grundanschauung dieser dritten Unterrasse in Chaldäa oder Ägypten suchen, überall finden Sie ein starkes Bewußtsein von dem Zusammenhang der menschlichen Arbeit mit den Naturkräften. Das ist ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zu der persischen Rasse. In Persien haben Sie die zwei Mächte, das Gute und das Böse, die den Kampf miteinander bestehen. Jetzt versucht der Mensch, die verschiedenen Naturkräfte oder Wesenheiten in seinen Dienst zu bringen. Was sich als persische Religion herausbildete, war vorzüglich auf die menschliche Tüchtigkeit gebaut. Jetzt, innerhalb der dritten Unterrasse, trat das Bewußtsein auf, daß man nicht nur durch körperliche Kraft und moralisches Verhalten, sondern am besten durch Kenntnisse die Natur bewältigen könne. In solchen Ländern, wo ein kunstvoll gehegter Ackerbau betrieben wurde, wie in Ägypten und Chaldäa, entwickelte sich dieses Zusammenbringen der himmlischgeistigen Mächte mit dem, was der Mensch arbeitet. Kenntnis der meteorologischen Umgebung und der Gestirne entwickelte sich da. Der Mensch suchte Kraft für die Arbeit in der Erkenntnis der Natur. So kam es, daß er den Blick nach den Sternen lenkte und daß Astronomie in Zusammenhang gebracht wurde mit dem Menschen auf der Erde. Des Menschen Ursprung wurde in den Sternen gesucht. So kam es, daß wir es in diesem Sinne zum erstenmal mit Wissenschaft zu tun haben. Jetzt, in der dritten Unterrasse, haben wir statt innerer Anschauung praktisches Wissen. Daher hören wir von großen Eingeweihten, welche die Geometrie, die Kunst des Feldmessens, technische Fähigkeiten lehrten. Die Befruchtung des menschlichen Tuns mit der vom Himmel herabgeholten Weltanschauung tritt in der dritten Unterrasse auf. Damit war etwas gegeben, was die ganze Auffassung des menschlichen Lebens in eine Art Himmelskunde rückte. Bei den verschiedenen Völkern kam dies verschieden zum Ausdruck. Bei den Ägyptern wurden Osiris, Isis und Horus als die Vertreter astronomischer Erscheinungen aufgefaßt.

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