Populärer Okkultismus VI

GA 94/1906-07-03/p006 ·1906-07-03 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Zusammenfassungen und Notizen von Vorträgen u. Vortragsreihen» (Summaries and notes of lectures and lecture cycles). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Nehmen Sie für dieses rückläufige Erleben ein Beispiel: die Vivisektion. Diese hängt eng zusammen mit der materialistischen Richtung der gegenwärtigen Wissenschaft. Einem Arzt aus dem Mittelalter würde es sehr töricht vorgekommen sein, das Leben zu studieren, indem man den lebendigen Körper zerschneidet und das Leben vernichtet. Damals waren noch viele Menschen und besonders Ärzte hellseherisch, und sie sahen deshalb durch den physischen Leib hindurch. Die Schauenskraft ging aber verloren, und weil nun die Menschen nicht mehr in das Innere des Organismus hineinschauen konnten, begannen sie ihn zu zerschneiden und zu sezieren. Wer jedoch viviseziert, der schneidet in lebendiges Leben. Nach dem Tode macht sich Karma, das Gesetz von Ursache und Wirkung geltend. Die Absicht, die zur Vivisektion führt, kommt dabei weniger in Betracht. Der Vivisektor hat die Folgen seiner Taten an sich selbst zu erleben. Alle einzelnen Schmerzen, die er den Tieren zugefügt hat, muß er in Kamaloka nun selbst aushalten und durchmachen. Die wissenschaftliche Absicht wird erst später in sein Karma verwoben.

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