Zweiter Vortrag
In ähnlicher Weise verliefen die Bewußtseinsvorgänge bei den alten Atlantiern. Wohl waren die Bilder geregelter, geordneter, aber sie besaßen keine klare Wahrnehmung ihrer Umgebung. Das Empfindungsleben drückte sich recht charakteristisch aus in feinen Tast- und Farbwahrnehmungen. Nahm der Frühatlantier eine warme Nebelströmung wahr, die sich ihm in roter Farbenempfindung symbolisierte, so wußte er, daß sich etwas Sympathisches ihm nahe. Oder wenn er einem anderen, ihm unsympathischen Menschen begegnete, zeigte das sich ihm auch an durch eine ganz bestimmte Empfindung, die zum Bilde wurde, zum häßlichen Farbton. Doch die Wärme zum Beispiel symbolisierte sich ihm in einer schönen roten Wolke. So geschah es in mannigfachen Graden und Variationen. Der Frühatlantier hatte also bildliche Wahrnehmungen. Wir haben solche nurmehr beim Schmerz, der ja offenbar nur in uns ist, so viel er auch von der Außenwelt verursacht wird und laut werden kann. Auch unser Schmerz wird innerlich seelisch erlebt, und ist also als solcher doch wahrer als die äußeren Tatsachen.