Vierzehnter Vortrag
So hängt der Wille des Menschen mit dem, was auf der Erde vorgeht, zusammen. Der Mensch verwandelt mit sich zugleich seinen Wohnplatz. Mit seiner eigenen Vergeistigung vergeistigt er die Erde. Er wird dereinst, auf einem nächsten Planeten, diese Erde durch seine eigene Schaffenskraft veredelt haben. In jedem Augenblick, wo wir denken und fühlen, arbeiten wir mit an dem großen Gebäude der Erde. Die Führer der Menschheit schauen hinein in solche Zusammenhänge und suchen der Menschheit solche Kräfte zuzuführen, welche im Sinne der Entwickelung wirken. Eine der letzten dieser Bewegungen ist die theosophische. Sie soll harmonisierend und ausgleichend wirken bis in die tiefsten Untergründe der menschlichen Seele hinein. Wer noch immer seine Meinung über die Liebe stellt, das Rechthabenwollen über den Frieden, der hat die theosophische Idee noch nicht ganz begriffen. Die Gesinnung der Liebe muß bis in die Meinung hinein wirken. Wer in einer okkulten Entwickelung begriffen ist, der lernt das naturnotwendig, sonst kommt er nicht weiter. Er verzichtet überhaupt auf eine eigene Meinung und will nur ein Werkzeug sein der objektiven Wahrheit, die von den Geistern kommt und die Welt durchströmt als die eine große Wahrheit, und je mehr man sich selbst entäußert und das Sprachrohr wird für die eine große Wahrheit und seine eigene Meinung nicht mehr in Betracht zieht, desto mehr übt man die wahre theosophische Gesinnung. Das ist heute außerordentlich schwer. Aber die theosophische Lehre ist selbst eine Friedensstifterin. Wenn wir zusammenkommen, um in der Lehre zu leben, so stiftet sie Frieden. Wenn wir aber hineinbringen, was draußen ist, dann bringt man Zwietracht hinein, und das müßte eigentlich eine Unmöglichkeit sein.