Das Vaterunser
Nun stellen Sie sich einmal die Frage: Was hat denn die Menschheit seit jener Zeit eigentlich gewonnen? Was ist denn hinzugekommen zu dem, was sie schon hatte? Was hat sich der Mensch durch die fleischliche Verkörperung erworben? — Er hat sich die Möglichkeit erworben, zu sich «Ich» zu sagen. Das ganze Bewußtsein, so hellseherisch es auch war, war bloß ein mehr oder weniger gesteigertes Traumbewußtsein. Selbstbewußt waren die Menschen noch nicht. Dies hat die Menschheit also gewonnen. Das ist das eigentliche Geschenk Gottes, wovon die religiösen Urkunden, wie die Bibel, berichten: daß in der Zeit, als die Menschheit sich verkörperte, den Menschen das Selbstbewußtsein geschenkt worden ist. Das haben die Menschen früher nicht gekannt, und dieses Selbstbewußtsein wird sich in der gegenwärtigen Menschheit immer mehr steigern. Es ist das, was sich von jener Zeit an, die wir nicht mehr in dumpfem oder hellseherischem Bewußtsein verbringen, geoffenbart hat: das «Ich bin», und das wir mit keinem andern Namen nennen können, als: «Ich bin der Ich-bin.» Da haben Sie das Jahvewort: «Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird.»