Erkenntnisse und Lebensfrüchte der Geisteswissenschaft Das Karmagesetz als Wirkung des Tatenlebens Die Ursachen von Krankheit und Vererbung
Wir wollen uns noch der Frage zuwenden: Wie steht es mit der Einzelvererbung beim Kinde, geistig sowie physisch, und wie mit dem Karma? Wir wissen, daß sowohl Eigenschaften, wie Ähnlichkeiten vom Vater, der Mutter, dem Onkel, der Tante, den Großeltern vererbt werden. Ein Kind sieht seinem Vater, das andere der Mutter ähnlich. Die musikalische Veranlagung zum Beispiel kann sich durch Generationen hindurch vererben. In der Familie Bach gab es etwa achtundzwanzig Musiker im Laufe von zweihundertfünfzig Jahren, wenn auch nur einen ganz berühmten darunter, und in der Mathematikerfamilie Bernoulli acht bedeutende Mathematiker. Es gibt viele Beispiele, wo die Vererbung eine große Rolle spielt. Man muß aber im wahren Sinn die Bedeutung von Karma und Reinkarnation verstehen, dann erst begreift man richtig die Vererbung, denn die Vererbungstheorie der materialistischen Wissenschaft ist nur zum Teil wahr und manches dabei verzerrt gesehen. Zum bedeutenden Musiker zum Beispiel gehört nicht nur die musikalische Anlage in der Seele. Diese allein könnte sich nicht auswirken, wenn sich diese Seele nicht verkörpern könnte in einem Leib, der mit einem musikalisch konstruierten Ohre versehen ist. Was nun in einer solchen Musikerfamilie physisch ist, diese guten und fein konstruierten Gehörorgane, die vererben sich von Eltern auf Kinder, und ein Menschenkeim, der aus dem Devachan kommt und einer neuen Verkörperung entgegeneilt, wird sich hingezogen fühlen zu einer solchen Familie, in der seine musikalische Seele sich in gutgebildeten musikalischen Organen ausleben kann. Wie der Pol die Magnetnadel anzieht, so wird ein solches Kind hineingeboren in eine Familie, wo seine persönlichen Anlagen die besten physischen Vorbedingungen vorfinden. Es stimmt eben alles ganz ausgezeichnet. Ein astralischer Menschenkeim wird zu einer Familie hingetrieben, die physisch zu ihm paßt. Das banale Sprichwort: Man muß vorsichtig in der Wahl seiner Eltern sein -, ist deshalb nicht ganz so unsinnig, wie es klingen mag. Nicht das Kind sieht den EItern ähnlich, sondern es wird von denjenigen Eltern geboren, die ihm am ähnlichsten sind, die es schon vorher liebt. Die tiefste Sympathie besteht schon vor der Geburt, das Kind fühlt sich schon zu der Mutter hingezogen. Die Mutterliebe ist die sckundäre Liebe, sie ist die Erwiderung der schon vorher vorhandenen Kindesliebe.