Frühere Einweihung und esoterisches Christentum

GA 97/1907-03-17/p004 ·1907-03-17 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Notizen von einunddreißig Einzelvorträgen mit sechs Fragenbeantwortungen» (Notes of thirty-one single lectures with six question-answerings). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Die Gelehrsamkeit weiß nicht viel von den Lehren, die damals von den esoterischen Genossen des heiligen Paulus in Athen zu intimen Schülern geredet worden sind. Man spricht sogar von einem falschen Dionysius, weil man sagt, daß man nicht nachweisen könne, daß irgend etwas von diesen Lehren damals niedergeschrieben wurde. Pseudo-Dionysius nennt man den, der im 6. Jahrhundert diese Esoterik gelehrt hat. Nur diejenigen sagen das, die nicht wissen, was mit solchen intimen Lehren in alter Zeit üblich war. Erst in unserer Zeit ist es üblich geworden, daß jeder nicht schnell genug alles der Schrift anvertrauen kann. Was die heiligste Wahrheit war, das hat man in alten Zeiten vor Veröffentlichung bewahrt. Man hat sich den erst angesehen, dem man sie sagte. Nur in der esoterischen Schule, nur von Person zu Person wurde sie gelehrt, wenn diese sie auch wirklich würdigen konnte. So wurden auch die Lehren des esoterischen Christentums von Mensch zu Mensch übertragen und einige im 6. Jahrhundert aufgeschrieben. Weil es üblich war, daß der Vorsteher einer solchen Schule immer den Namen Dionysius trug, deshalb trug der Vorsteher dieser Schule in Athen im 6. Jahrhundert auch diesen Namen, den nämlichen wie sein großer Vorfahre in Athen, der Freund des Paulus. Im Sinne dieser esoterischen Schule, wirklich wie es da gelehrt worden ist, wollen wir den Begriff der Sünde wider den Heiligen Geist oder eigentlich des Lästerns wider den Heiligen Geist und den Begriff der christlichen Gnade betrachten.

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