Esoterische Entwickelung und Übersinnliche Erkenntnis

GA 98/esoteric_development_and_super-sensible_knowledge/p008 ·1907-11-07 · original (original)

Das findet mancher äußerst wenig für sich entsprechend. Man hört immer und immer wieder Phrasen, die für den wahren Okkultisten ein Unding sind: Ich brauche keinen Lehrer, ich muß selbst im Innern meinen Lehrer finden. - In solchen Reden steckt vorerst der denkbar größte Egoismus; dann ist es auch ein Unsinn. Wenn jemand die Geometrie von diesem Gesichtspunkte aus betrachten würde, was käme da heraus? Jeder kann durch innere Entwickelung alle Bestimmungen der Geometrie finden: er wird viele tausend Jahre dazu brauchen, aber finden kann er sie. Ist aber wirklich Veranlassung dazu da, die Geometrie nochmals zu entdecken? Soll man nicht an das anknüpfen, was die Menschheit in jahrhundertelanger Arbeit gefunden hat, und weiterbauen und Nutzen stiften für die Menschheit, die uns so viel des Wissens gegeben hat? Darauf hat die Menschheit ein Anrecht. Was können wir der Menschheit in hingebungsvoller Liebe an die Lehrer der früheren Menschen ersparen! Genau so suchen wir auch hinsichtlich der inneren Entwickelung nicht für uns selbst, sondern als Arbeiter im großen Menschheitsdienste. Es waren immer Menschen da, die vorausgeeilt waren; von denen haben wir zu lernen, und wenn wir uns fürchten vor dem Beugen unter die Autorität, so ist das ein liebloser Unsinn. Arbeiten im Sinne der Lehrer der Menschheit, aufsuchen diejenigen, welche uns führen können, das ist es, was dem okkulten Lehrer wie Schüler zunächst und unbedingt notwendig ist. Diese Dinge, welche die Lehrer uns sagen, und welche durch Jahrhunderte geprüft und gekannt sind, locken aus dem astralischen Körper die Sinne heraus.

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