Esoterische Entwickelung und Übersinnliche Erkenntnis

GA 98/esoteric_development_and_super-sensible_knowledge/p009 ·1907-11-07 · original (original)

Wenn irgend jemand okkulte Lehren gibt - ein wirklicher Lehrer wird das nicht machen -, dann kommt es leicht vor, daß er dem Schüler Anweisungen gibt, wie er in der astralischen Welt Wahrnehmungen haben kann. Da kann man wahrnehmen, daß der Schüler anfängt, an seinem astralischen Leibe zu arbeiten, die Sinnesorgane herauszulocken, aber daß er dadurch viel schlechtere Gewohnheiten und Temperamentseigenschaften an den Tag legt als bevor er okkulter Schüler geworden war. Man hat sich darüber gewundert, daß in den ersten Zeiten der Theosophie viele unbegreifliche Fehltritte gemacht haben in bezug auf ihren Charakter. Schon durch die geringe Entwickelung des astralischen Leibes, welche die theosophische Lehre als Elementarlehre bewirkt hat, als sie angefangen hat bekanntzuwerden, traten ganz merkwürdige Erscheinungen auf. Zum Beispiel ein Schüler, der Kassier war, ist mit dem Gelde durchgegangen, ein anderer wieder hat noch ganz andere Sachen gemacht; auch Leute, die früher friedfertig waren, wurden streitsüchtig. Das hängt damit zusammen, daß mit dem bißchen okkulter Entwickelung, das aus den theosophischen Begriffen fließt, die schlimmen Seiten des Charakters hervorgedrängt werden, wenn sonst nichts geschieht. Doch soll niemand Furcht haben deshalb. Solchen Dingen soll eben nur Aufmerksamkeit zugewendet werden, sie sollen ernstgenommen werden. Wir wollen eben trachten, durch unsere Charakterstärke nicht in solche Verlokkungen zu verfallen. Anders ist es aber, wenn eine wirkliche systematische okkulte Schulung an den Schüler herantritt. Da ist das Arbeiten an dem astralischen Leibe ein viel ausgiebigeres, und dann ist es durchaus notwendig, daß dem physischen und dem Ätherleibe Ersatz geboten werde.

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