Dritter Vortrag

GA 99/1907-05-26/p017 ·1907-05-26 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wer schon herauswächst innerhalb des physischen Lebens aus dem physischen Leibe, der kürzt seine Kamaloka-Zeit ab. Es ist ein wirkliches Herauswachsen, wenn wir uns an Gegenständen des Schönen, der Harmonie entzücken. Sie führen uns schon hier aus der sinnlichen Welt heraus. Die sinnlich-materialistische Kunst bedeutet eine Erschwerung des Kamaloka-Zustandes, während die spirituelle Kunst eine Erleichterung desselben bedeutet. Jede edle, durchgeistigte Lust kürzt Kamaloka ab. Deshalb müssen wir uns schon hier jene Lüste und Begierden abgewöhnen, welche nur durch das sinnliche Instrument befriedigt werden können. Kamaloka-Zeit bedeutet eben eine Zeit des Abgewöhnens der sinnlichen Lüste und Triebe. Diese Zeit dauert ungefähr ein Drittel des gewöhnlichen Lebens. Etwas Eigentümliches gibt es beim Durchleben dieser Kamaloka-Zeit. Sie vollzieht sich so, daß der Mensch anfängt, wirklich sein ganzes Leben zu durchleben. War es gleich nach dem Tode ein lust- und leidloses Erinnerungsbild, so durchlebt er jetzt alle Lust und alles Leid wirklich noch einmal, und zwar in umgekehrter Art, so daß er alle Lust, alles Leid, das er anderen zugefügt hat, in sich selbst erleben muß. Mit dem Karmagesetz hat dies nichts zu tun.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/99/1907-05-26/p017.json
Cite: GA 99/1907-05-26/p017 · edition original