The Fateful Year of 1923
GA 259 — 1 May 1923, Dornach
Die Initiative der englischen Freunde zu einer Internationalen Delegiertenversammlung in Dornach
[Schon bevor der von H. J. Heywood-Smith verfaßte Bericht über die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz vom 22. April von dieser mit Rundschreiben vom 14. Mai überallhin verschickt wurde, hatte Heywood-Smith den Freunden in England einen Kurzbericht mit folgendem Begleitschreiben vom 1. Mai geschickt (Übersetzung):] Haus Friedwart, Dornach, 1. Mai 1923
Beiliegend ist ein kurzer Bericht über die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz. Sie werden daraus ersehen, daß Dr. Steiner hofft, daß solche Zusammenkünfte auch in anderen Ländern abgehalten werden, wenn Anthroposophen sich vereinigen, um sich eine würdige Aufgabe zu stellen, welche die ganze Welt nicht anders als respektieren kann.
Es sind jetzt vier Monate her, seit das Goetheanum durch Feuer zerstört und die Anthroposophie dadurch heimatlos geworden ist, und nichts ist bisher geschehen, um das Gebäude wieder aufzurichten. Ist es nicht aus Rudolf Steiners ernsten Worten ersichtlich, daß die würdige Aufgabe, die die Gesellschaft als ein Ganzes übernehmen und an der sie mit aller Kraft und Energie arbeiten sollte, der Wiederaufbau des Goetheanum ist? Wäre das nicht eine positive Tat als Antwort auf die Angriffe der Feinde der Anthroposophie?
Würden Sie sobald als möglich eine Versammlung der Mitglieder der Gruppen einberufen und mit ihnen besprechen, was der Doktor von solch einer Versammlung erwartet, und wenn sie einverstanden sind, einen Entschluß fassen in dem Sinne, daß es ihre feste Absicht ist, das Goetheanum in Dornach wieder aufzubauen, und daß sie wünschen, daß die Arbeit sogleich beginnt. Solch ein Beschluß, gefaßt von Gruppen in mehreren Ländern, würde zu der Erfüllung der ersten Bedingung beitragen, unter welcher der Bau wieder aufgebaut werden könnte. Die Resolution sollte an Dr. Steiner geschickt werden, Villa Hansi, Dornach, Schweiz, sobald wie möglich, denn Dr. Steiner bat die Mitglieder, den Versammlungsraum nicht zu verlassen, bevor sie sich eine wirkliche Aufgabe gesetzt hätten, aber leider endete die Versammlung in Dornach, ohne daß es dazu gekommen wäre.
Mit freundlichen Grüßen
H.J. Heywood-Smith