The Fateful Year of 1923

GA 259 — 7 September 1923, Stuttgart

Sitzung mit dem Dreissigerkreis seit kurzem genannt «Vertrauenskreis der Stuttgarter Institutionen»

Vollzählige Versammlung des Kreises — auch Rittelmeyer, Ruhtenberg, Molt und andere waren nach längerem Fernbleiben wieder da — in der Landhausstraße in Anwesenheit von Herrn und Frau Dr. Steiner. Dr. Steiner berichtete über seine englische Reise, über die pädagogische Veranstaltung in Ilkley und dann besonders über den Sommerkurs von Penmaenmawr, den er als eines der bedeutsamsten Ereignisse in der Geschichte der Bewegung bezeichnete. Diese letztere Veranstaltung fand statt in der Nähe alter Druidenstätten, von denen er im einzelnen vieles erzählte. Einmal sei er ganz allein mit Dr. Wachsmuth auf eine einsame Hochebene hinaufgestiegen und habe dort zwei Mulden gefunden, eine große und eine kleine, die von oben gesehen genau so aussähen wie der Grundriß des Goetheanum, ferner einen Druiden-Zirkel, über dessen Bedeutung er dann noch sprach. Im allgemeinen, sagte er, steht in der Astralsphäre dieser Gegend die ganze geistige Vergangenheit dieser Stätten wie mit unvergänglichen Buchstaben eingezeichnet, und Imaginationen, die sich sonst verwandeln und verschwimmen, bleiben dort gewissermaßen stehen. In der Nähe ist auch die Insel, von der die Artus-Mysterien ausgegangen sind. (Während Dr. Steiner sprach, ging das Licht aus, es wurde eine Lampe gebracht, von deren Schein beleuchtet er weitersprach, bis das Licht wieder anging.)

Nachher las Kolisko eine Reihe von Zustimmungs-Erklärungen vor, die auf die Kundgebung in Nr. 6 der «Anthroposophie» eingegangen waren. [Siehe Anhang II, Seite 830 ff. .] Fast alle waren eindrucksvoll und zum Herzen sprechend und legten lebendiges Zeugnis davon ab, was die Persönlichkeit Dr. Steiners unzähligen Menschen bedeutet. Dr. Steiner schrieb sich alle Namen der Einsender auf, die nicht Mitglieder waren.

Kolisko sprach dann nochmals von seiner Reise, worüber er schon in der Sitzung vom 15. August ausführlich berichtet hatte, und über die geplante neue Organisation der «Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland», worüber er schon am 5. September referiert hatte. [Von diesen beiden Sitzungen liegen keine Notizen vor.] Durch einen «erweiterten Vorstand» soll die Zentrale auch in der Peripherie anwesend sein. Ein Kreis von Vertrauenspersönlichkeiten soll jedes Mitglied einzeln in die Gesellschaft aufnehmen. Erst dann soll es in einen Zweig eintreten, in dem die esoterische Arbeit sich abspielen soll.

Auch Stein und von Grone berichten nochmals über ihre Reise nach Thüringen. An Steins Schilderung seines Besuches in Weimar schloß sich eine interessante Aussprache über Friedrich Lienhard an. Seine letzten Aufsätze im «Türmer» wurden gebracht und von Dr. Steiner selbst vorgelesen. Er und auch Frau Doktor erzählten dann noch eine Menge zum Teil humorvolle Einzelheiten über Lienhard, den Dr. Steiner unter keinen Umständen als «Gegner» behandelt wissen will.

German original of Meeting of the Committee of Thirty, recently renamed the “Circle of Confidence of the Stuttgart · ← Previous · Next →