The Christmas Conference

GA 260 — 24 December 1923, Dornach

Eröffnung der Weihnachtstagung

Meine lieben Freunde!

Ich darf Ihnen ankündigen, daß unsere Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft hiermit eröffnet ist. Wir werden, wie Sie es ja durchaus fühlen werden als das Richtige, in der Zukunft immer der herzlichen Meinung sein, daß es für die Entwickelung der Anthroposophischen Gesellschaft etwas bedeuten wird, daß sie hier auf schweizerischem Boden ihren Mittelpunkt und ihre Stätte in der Weise findet, wie das ja in den Statuten, die ich vorschlagen werde, zum Ausdruck kommen wird.

Die Gesellschaft wird keinen irgendwie nationalen Charakter tragen, aber wir werden uns bewußt bleiben, daß wir von seiten unserer lieben schweizerischen Freunde als eine Art von ideellen Gästen hier aufgenommen sind, und wir werden das in aller Zukunft in entsprechender Weise zu respektieren wissen. Es ist öfter durch mich, teils privat, teils aber auch in verschiedenen öffentlichen Aussprüchen gegenüber unseren Freunden die Bedeutung der Tatsache ins Licht gesetzt worden, daß wir eben gerade auf schweizerischem Boden mit unserem Goetheanum und mit demjenigen, was Anthroposophische Gesellschaft sein will, hier Platz gefaßt haben. Das, meine lieben Freunde, begründet es auch hinlänglich, daß das erste Wort während unserer Weihnachtstagung unser lieber Freund Albert Steffen hat. Er wird hier sprechen selbstverständlich als Mitglied und Mitbegründer dieser Anthroposophischen Gesellschaft. Aber dasjenige, was wir insbesondere dadurch fühlen, daß das Goetheanum als Mittelpunkt der Anthroposophischen Gesellschaft hier auf Schweizer Boden steht, wird dadurch sinnbildlich zum Ausdruck kommen, daß ich jetzt mir erlaube, Herrn Albert Steffen, unseren lieben, verehrten Freund, den ausgezeichneten Dichter, dessen Sein in unserer Mitte wir uns als ein so hohes Glück anzurechnen haben, zu bitten, hier das erste Wort in dieser unserer Versammlung zu ergreifen.

Der Vortrag Albert Steffens: «Aus der Schicksalsgeschichte des Goetheanums» ist im Nachrichtenblatt der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1924, Nr. 2, 3 und 6, abgedruckt.

Dr. Steiner:

Mein lieber Herr Steffen!

Sie haben durch Ihre so warmen, von so schöner Liebe durchdrungenen Worte einen herrlichen Auftakt zu unserer Versammlung hier gegeben, und es hätte uns wohl kein schönerer Auftakt werden können, als gerade dasjenige, was Sie aus einem so warmen anthroposophischen Herzen heraus hier zu uns sprachen. Ich bin überzeugt davon, daß die lieben Worte, die Sie ausgesprochen haben, hinüberglänzen werden über unsere Versammlungen und Zusammenkünfte wie ein leuchtender Stern, und daß wir alle Ihnen innigen Dank wissen werden, mit dem Gefühl im Herzen durch diese unsere Versammlungszeit hindurch, für dasjenige, was Sie am ersten Morgen hier zu uns gesprochen haben. Wir können ja überzeugt sein: immer könnten wir uns warmgebettet fühlen innerhalb des herrlichen Schweizerlandes, wenn diese echt schweizerische Gesinnung — denn als solche ist sie als Grundton auch in Ihren Worten enthalten -, wenn diese echt schweizerische Gesinnung uns immer als eine so schöne Atmosphäre wie in dieser Stunde umfächeln würde. Und ich weiß, daß ich aus aller Herzen heraus spreche, wenn ich jetzt am Ausgangspunkt unserer Verhandlungen Ihnen, lieber Freund Steffen, den allerherzlichsten Dank dafür ausspreche, daß Sie in einer so wundervollen Weise den Auftakt gegeben haben für dasjenige, was nun in den nächsten Tagen geschehen soll. Haben Sie herzlichen Dank! Ich glaube, dieser Dank kommt aus den Herzen aller hier Versammelten heraus.

German original of The Opening of the Christmas Foundation Conference · ← Previous · Next →